Die Frohleichnams-Prozessionen
Immer im Juni feiern die Katholiken ein farbenfrohes Fest aus dem Mittelalter, das traditionell mit einer Prozession begangen wird – „Fronleichnam“ das „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“. Dabei tragen die Liturgen die Monstranz, begleitet von Ministranten/-innen, einer Bläsermusik und der Gemeinde mit einem fröhlichen Umzug durch die Stadt.
Seit 2021 führt die Gemeinde „St. Peter & Paul“ ihre Prozession traditionell von der Kirche „St. Peter & Paul“ durch die Potsdamer Innenstadt zum St. Josefs Krankenhaus. Dort findet im Innenhof der Abschlussgottesdienst vor einem Altar statt, der von der Gemeinde geschmückt ist.
Danach sind alle, auch Patient/-innen, Mitarbeitende und Besucher des Krankenhauses, zu Grillwürstchen und Getränken eingeladen. Die Pfadfinder begleiten alle Patientinnen und Patienten, die Hilfe benötigen. Mitglieder des Fördervereins beteiligen sich aktiv an diesem schönen Gemeindefest.
Übrigens kommt das Wort "Fronleichnam" aus dem Mittelhochdeutschen und ist aus "vron" (Herr) und "licham" (lebendiger Leib) zusammengesetzt. Mit der Leiche Jesu hat das Fest also nichts zu tun, sondern die Kirche erinnert sich an diesem Tag an die Einsetzung des sogenannten Altarsakramentes. In der Eucharistie feiern die Katholiken die leibliche Gegenwart Jesu in Form von Brot und Wein. Eigentlich wäre wegen des "Letzten Abendmahls" der Gründonnerstag der geeignetste Zeitpunkt für Fronleichnam gewesen. Doch wegen der stillen Karwoche, zu der fröhliche Straßenumzüge nicht passen, wählte man den zweiten Donnerstag nach Pfingsten als Datum. Das sind 60 Tage nach Ostern. An diesem Tag ziehen feierliche Prozessionen durch die Straßen. Dazu trägt der Priester das Allerheiligste in einer Monstranz, einem festlichen Behältnis, durch die Straßen. Überdacht ist das Ganze von einem Stoffbaldachin, der von einigen Gemeindemitgliedern getragen wird. Der Baldachin wird oft auch "Tragehimmel" genannt. Nach dem katholischen Glauben ist in der gewandelten Hostie Christus selbst gegenwärtig. Auf dem Weg werden bis zu vier Stationen an Außenaltären gehalten. Oft sind diese Altäre mit Blumenteppichen geschmückt. Bei jeder Station wird ein Abschnitt aus der Bibel gelesen. Es werden Fürbitten gesprochen und der Segen über alle Himmelsrichtungen der Stadt gespendet.
